Tests zur Quantifizierung der humanen pankreatischen Elastase 1

Zur Bestimmung der pankreatischen Elastase 1 (E1) stehen zwei ELISA-Testkits, basierend auf monoklonalen Antikörpern, zur Verfügung. Ein Testkit eignet sich zur Quantifizierung der Elastase 1 im Stuhl, zur Diagnose oder zum Ausschluss einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, die z.B. durch chronische Pankreatitis, Mukoviszidose, Pankreastumor, Gallensteine oder Diabetes mellitus verursacht werden kann. Ein zweiter Testkit eignet sich für die Quantifizierung der Elastase 1 im Serum, zur Diagnose einer akuten Pankreatitis, eines akuten Schubes einer chronischen Pankreatitis oder einer ERCP- bzw. Gallenstein-induzierten Pankreatitis.
Stuhltest
Die menschliche pankreatische Elastase 1 übersteht die Darmpassage unbeschadet und ist im Stuhl als Protein zu quantifizieren.
Die Konzentration im Stuhl spiegelt die exokrine Pankreasfunktion wider. Die diagnostische Effizienz der pankreatischen Elastase 1 im Stuhl wurde in mehreren klinischen Studien untersucht. In den Arbeiten von Stein et al. (1993 & 1996, 1997) und von Löser et al. (1995 & 1996) wurde die Elastase 1 - Bestimmung mit dem Goldstandard, dem invasiven Sekretin-Pankreozymintest bzw. dem Sekretin-Caeruleintest, verglichen. Beide Autoren berichten von einer Sensitivität und einer Spezifität von über 90 % für die Diagnose einer exokrinen Pankreasinsuffizienz. Die pankreatische Elastase 1 - Bestimmung ist - im Gegensatz zur Chymotrypsinbestimmung - sogar in der Lage, eine nur moderate Pankreasinsuffizienz zu erkennen (Löser et al., 1995 & 1996, Gullo et al., 1999).
Serumtest
Die humane pankreatische Elastase 1 wird von den Azinuszellen des Pankreas synthetisiert. Während einer akuten Entzündungsphase des Pankreas gelangt Elastase 1 retrograd ins Serum, so daß die Quantifizierung der Elastase 1 im Serum die Diagnose oder den Ausschluss einer akuten Pankreatitis erlaubt.